[Podcast] Here Be Monsters

Alles und jeder hat einen Podcast. In jeder noch so entfernten Nische sitzen mindestens zwei bis drei Personen zusammen, um sich über die Details ihrer Nische zu unterhalten. Wenn man sich eine Weile mit Podcasts auseinander setzt und sich etwas rumgehört hat, ist es schwierig noch ernstlich überrascht zu werden. Natürlich kann einen die Thematik eines Podcasts überraschen, die Qualität oder einzelne Inhalte, aber dass ein Podcast daherkommt, der in seinen puren Grundzügen überrascht ist sehr, sehr selten. Hier kommt Here Be Monsters ins Spiel, der einzigartigste Podcast, den ich kenne.

Here Be Monsters ist Interview-Serie, Hypnose, Reportage, weißes Rauschen und Dokumentation in einem. Keine Folge ist wie die andere. Von einem Interview mit einem Insektenforscher, über einen Reisebericht zu einer Fledermaus Höhle und einem Telefongespräch mit einer Narkoleptikerin, bis zum Mitschnitt einer Hydrotherapie als Reise in ein früheres Leben. Here Be Monsters ist ein Podcast über den Teil des Lebens in dem Reales und Surreales Hand in Hand durch das Zwielicht laufen.

Hier geht es nicht um Meinungen oder Erklärungen, sondern um Erfahrungen. Jede Episode ist auf ihre Weise faszinierend, manchmal traurig, manchmal unheimlich, manchmal spannend, aber immer faszinierend. Für die zehn bis dreißig Minuten, die eine Episode etwa dauert werden dem Hörer die Augen geöffnet für einen Teil des Lebens dem er sich wahrscheinlich nie bewusst war. Wie fühlt es sich an sein Leben lang in der kurzen Phase zwischen schlafen und wach sein zu verbringen? Das ist Here Be Monsters.

Es fühlt sich falsch an den Podcast auseinander zunehmen. Here Be Monsters ist ein Gesamtkunstwerk. Dennoch, um den Podcasts angemessen zu beschreiben muss es gemacht werden. Sounddesign ist ein großer Punkt in alle dem. Fast jede Folge ist von einem leisen, konstanten Rauschen an Musik unterlegt. Einzelne Sätze werden mit Soundeffekten verstärkt oder wiederholt. Erwartet und unerwartet werden Dinge mit aufgezeichneten Geräuschen unterlegt. Einer Tierpräparatorin dabei zuzuhören, warum sie Tiere liebt, während man im Hintergrund das Geräusch des Schabers hört, der den Muskel von den Knochen trennt. Das ist Here Be Monsters.


Here Be Monsters – Webseite

Here Be Monsters – Archive

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