Super Lucky’s Tale ist süß. Nein, wirklich. Ich meine schaut euch Lucky an, ein Fuchs mit blauem Cape und blauen Turnschuhen, dessen Abenteuer beginnt, als er eines sonnigen Tages beim Fischen sitzt. Die Spielwelten sind bunt, die Musik ist freundlich. Ihr besucht freundliche Steingolems, feiernde Yetis, knuddelige Jahrmarktsgeister und sympatische Farmer-Würmer. Sogar eure Gegner sind pummelige Raupen, grimmige Hummeln und eigensinnige Katzen. Wenn sich Lucky lange genug nicht bewegt, klappt er ein Ohr runter und lächelt in die Kamera. Also, wie gesagt: Super Lucky’s Tale ist süß, freundlich und unschuldig.

Spielverlauf

Zu Beginn des Spiels wird Lucky in das Buch der Geschichte gesaugt. Ein, wenig überraschend, magisches Buch, das die gesamte Spielwelt von Super Lucky’s Tale enthält und vom bösen Kater Jinx und seinen fünf Kindern bedroht wird. Im Laufe des Spiels durchlauft ihr vier Welten, um die sechs katzigen Schurken aus ihnen zu vertreiben. Diese vier Spielabschnitte fungieren als Oberwelten, von denen ihr die eigentlichen Level betreten könnt. Ein typischer Aufbau für Spiele des 3D-Jump’n Run Genres.

Es gibt vier Arten von Leveln. Am häufigsten sind die 3D-Jump’n Run Level. Ihr rennt, hüpft und buddelt euch durch eine dreidimensionale Spielwelt, müsst dabei mit Hindernissen und Gegnern klarkommen und nebenbei Münzen und andere Dinge aufsammeln. Etwas seltener aber immernoch Teil der Hauptlevel sind die 2D-Jump’n Run Level. Die funktionieren wie ihre 3D Kollegen nur eben in zwei Dimensionen statt drei. Recht selten und auch nur optional sind die Fuchsbau-Level, in denen Lucky von alleine läuft und ihr als Spieler lediglich das springen und buddeln für ihn übernehmen müsst. Hier gilt es den Gefahren auszuweichen um das Ende des Levels zu erreichen. Zu guter Letzt gibt es noch kleine optionale Rätsel-Level in denen ihr entweder Schiebe-und-Schalter-Rätsel lösen oder als Kugel durch einen Hindernis-Parcour rollen müsst.

Innerhalb der Level gibt es bestimmte Aufgaben, die erfüllt werden müssen um goldene Kleeblätter zusammeln. Habt ihr genug dieser Kleeblätter gesammelt könnt ihr das Tor zum finalen Duell der jeweiligen Spielwelt öffnen. Hinter dieser Tür müsst ihr euch dann einem oder mehreren der sechs Schurken stellen, um die Spielwelt zu befreien und die nächste freizuschalten.

Gameplay Tops und Flops

Ein großes Problem des Spiels ist mangelnde Spielentwicklung. Das Spiel ist in der letzten Spielwelt noch genauso wie in der ersten. Lucky lernt keine neuen Fähigkeiten und vielleicht einmal von den Bosskämpfen und den Rätselleveln abgesehen ist im Laufe des Spiels kein wirklicher Anstieg der Schwierigkeit zu spüren. Auch die Lernkurve hat ziemlich schnell seinen Höhepunkt erreicht. Davon abgesehen bleibt das Leveldesign recht frisch. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass sich Level wiederholen oder den Entwicklern-Ideen für Level ausgegangen sind. Immermal wieder tauchen neue Minispielchen oder Hindernisse in den Leveln auf und auch das bloße Layout der Level verändert sich ständig.

Lucky steuert sich etwas träge, was an sich nicht so schlimm ist, aber immer mal wieder verhält er sich nervig unberechenbar. Manchmal rutscht der sympatische Fuchs ein bisschen weiter oder springt etwas später ab als uns die Erfahrung gelehrt hat. Sowas ist in jedem Spiel nervig, fällt aber gerade in einem Genre, dass so essentiell auf die Bewegung des Spieler-Charaktersangewiesen ist unangenehm auf. Es passiert zwar nicht all zu oft, aber auf jeden Fall zu oft, um ganz oben im Genre mitzuspielen.

Die Kamera in Super Lucky’s Tale ist nicht freibeweglich. Stattdessen kann man zwischen drei bis vier unterschiedlichen Winkeln wechseln in denen die Kamera Lucky folgt. Wahrscheinlich war Zugänglichkeit hier die Mutter des Gedankens. An einigen wenigen Stellen ist die Kamera allerdings ein echtes Hindernis, am auffälligsten vielleicht sogar direkt im ersten Level. Besagte Sprünge sind lediglich mit Glück und vielen Fehlversuchen zu schaffen.

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Unter’m Strich würde ich Super Lucky’s Tale als anständige Basis für ein wirklich gutes 3D-Jump’n Run bezeichnen. Das visuelle und akustische Design des gesamten Spiels ist toll. Lucky ist ein charmanter Held und hat durchaus das Potential zum sehr verspäteten Xbox-Maskottchen. Was das eigentliche Spiel angeht hat Entwickler Playful vorallem bewiesen, dass sie abwechslungsreiche und unterhaltsame Level für ein Jump’n Run entwickeln können. Das Gameplay leidet unter kleinen Unberechenbarkeiten, ist aber sonst, wie auch der Rest des Spiels, sehr einsteigerfreundlich gehalten. Zudem wäre eine Evolution des Gameplays im Spielverlauf wünschenswert gewesen.