Der mexikanische Regisseur gilt in Hollywood als der Meister der Monster. Seinen größten kritischen Erfolg bislang feierte del Toro Ende 2006 mit dem märchenhaften Kriegsdrama Pan’s Labyrinth. Seine Filmographie umfasst mittlerweile mehr als 30 Filme, sei es als Regisseur, Produzent oder Drehbuchautor, nicht selten gleich in mehreren Rollen. In seinem aktuellsten Film, Shape of Water – Das Flüstern des Wassers, der seid gestern in den deutschen Kinos zu sehen ist, übernahm er die Verantwortung für die Erzählung, führte Regie und produzierte den Film sogar. Bei den diesjährigen Oscars ist Shape of Water für gleich 13 Oscars, einschließlich Bester Film nominiert.

Die stumme Elisa Esposito arbeitet 1962 in einer amerikanischen Forschungseinrichtung als Reinigungskraft mitten im kalten Krieg. Eines Tages wird ein neues Forschungsobjekt in die Einrichtung gebracht, ein humanoides Amphibienwesen von dem sich die Regierung hilfreiche Erkenntnisse für den Wettlauf ins All mit den Sovjets erhofft. Es dauert nicht lang, bis die gutherzige Elisa in dem Wesen mehr sieht als ein “Monster” oder ein Forschungsobjekt. Aber auch der skrupellose Sicherheitschef Strickland und der mysteriöse Dr. Hoffstetler haben Pläne für das Wesen.

Den Titel “Meister der Monster” hat del Toro, weil er in seinen Monstern mehr sieht als Schockmittel oder Gruselelemente. So ist Shape of Water kein Horrorfilm sondern ein Fantasy Liebesdrama über eine handvoll “Abnormaler” und Monster an Stellen, an denen man sie am leichtesten Übersieht. Der Film erzählt eine sehr simple Geschichte, aber dafür erzählt er sie ganz wunderbar und aus einem sehr ungewöhnlichen Winkel.

Wie auch die toll gespielte Protagonistin schafft es Shape of Water Dinge zu sagen ohne sie direkt auszusprechen. Seien es Details über die Charaktere oder die Kernbotschaft des Films. Aber auch ohne seine Nuancen ist del Toros Neuster ein tolles Filmerlebnis.

Guillermo del Toro ist ein sehr visuelleler Regisseur und Shape of Water gehört definitiv zu seinen schönsten Filmen. Die Szenen und Schauplätze versprühen einen märchenhaften Charme ohne jemals zu weit zu gehen. Die Kulissen sind herrlich gestaltet, die Kostüme fantastisch gewählt und gefertigt und alle Rollen punktgenau besetzt.

Auch auf der akustischen Seite hat das Flüstern des Wassers einiges zu bieten. Die gesamte Handlung wird von einem hervorragenden musikalischen Klangteppich getragen. Hier arbeiten Sound- und Visual-Design vorbildlich Hand in Hand um die Atmosphäre des Films zu erzeugen.