Was bisher geschah

Wer gar nicht weiß, um was es geht, dem empfehle ich den ersten Artikel zu Patreon.

Patreon hatte in der letzten Woche einige große Änderungen an ihrem Finanzsystem angekündigt mit maßgeblichen Änderungen in vier zentralen Punkten:

  • 1. Patreons tragen nun die Transaktionskosten und nicht mehr die Creator.
  • 2. Die Transaktionskosten sind nun ein fester Satz, berechnet nach der Höhe der Spende und pro Spende (2,9% + 0,35$).
  • 3. Patreons bezahlen von nun an für den kommenden Monat und nicht mehr für den vergangenen.
  • 4. Es gibt keinen festen Zahltag mehr. Patreons zahlen monatlich an dem Tag, an dem sie ein Patreon geworden sind. Wenn sie mehrere Creator unterstützen zahlen sie jede Spende separat und vermutlich an anderen Tagen.

Daraufhin ist einiges passiert in der Welt von Patreon. Etliche Unterstützer zogen ihre Spende zurück, gerade im wichtigen Teil der kleinen Spenden verloren Creator sehr viele Unterstützer. Es hagelte Kritik von allen Seiten. Creator und Patreons gleichermaßen überschwemmten Patreon mit Kritik und Feedback.

Patreon reagiert

Die erste Reaktion der Plattform war ein weiterer Blogpost, der die Gründe hinter dem neuen System erklären sollte. Wie ich aber schon geschrieben habe stimmte das nur im sehr geringen Maße zufrieden. Nicht nur in meinen Augen war das System aufgeblasen und komplex und somit entweder wenig durchdacht oder absichtlich konzipert um Dinge darin zu verstecken. Was von beiden zutrifft werden wir wohl nie mit Sicherheit erfahren.

Tatsächlich hat Patreon reagiert und zwar in einer Art und Weise von der sich viele Unternehmen eine Scheibe abschneiden können. In ihrem neuen Blogpost “We messed up. We’re sorry, and we’re not rolling out the fees change.” (zu deutsch: Wir haben’s vermasselt. Es tut uns leid und wir werden die Gebührenänderungen nicht umsetzen.) gesteht der Gründer und Geschäftsführer ihre Fehler ein, entschuldigt sich dafür, gibt bekannt, dass sich erstmal nichts ändern wird und verspricht die Gemeinschaft rund um Patreon in Zukunft in solche Dinge besser einzubinden.

Die Aussagen der Entschuldigung im Detail

In seinem Blogpost listet Jack Conte die drei Botschaften auf, die er aus dem Feedback mitgenommen hat. Diese sind:

  • 1$ – 2$ Patreons wären überproportional heftig von den Änderungen betroffen gewesen.
  • Gebündelte Zahlung sind wesentlich wichtiger für Patreons und Creator als angenommen.
  • Patreon hat sich selber verraten, weil sie sich in die Beziehung zwischen Patreons und Creator eingemischt hat ohne Rücksprache mit den Betroffenen zu halten.

Die Kernaussage der Entschuldigung ist primär die zweite Hälfte des letzten Punkts. Schwerwiegende Entscheidungen sollen nicht mehr auf eigene Faust getroffen werden und Creator sollen mehr Flexibiltät und Möglichkeiten bekommen, wie sie ihre Geschäfte regeln möchten.