Wer ist… Stanislav Petrow?

Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow, war Oberstleutnant der sowjetischen Luftstreitkräfte. Er ging als „Der Mann, der den dritten Weltkrieg verhinderte“ in die Geschichtsbücher ein, als er im September 1983 den russischen Computersystemen zum Trotz die Meldung über den Start mehrerer auf die UdSSR gerichteten US-amerikanischer Interkontinentalraketen geistesgegenwärtig und korrekterweise als Fehlalarm einstufte. Damit verhinderte er eventuell einen fälschlichen Gegenschlag und somit indirekt auch einen Atomkrieg. Der im September 1939 geborene Petrow verstarb im Mai diesen Jahres (2017) im Alter von 77 Jahren, er hinterlässt zwei Kinder und zwei Enkelkinder.

Maßgeblich verursacht durch den Amtsantritt von Ronald Reagan und seine politischen Ansichten und Amtshandlungen, war 1983 eine der riskantesten Phasen des kalten Krieges. Die Able Archer 83 Nuklearkriegssimulation der NATO-Mächte auf der einen Seite, der Abschuss eines verirrten koreanischen Passagierflugzeugs auf der Seite der UdSSR und natürlich die gigantische Zahl nuklearer Sprengköpfe auf beiden Seiten machten gerade den Herbst 83 zu einer der gefährlichsten Zeiten im kalten Krieg (siehe RYAN-Krise).

Es war die Zeit der großen Angst vor dem, was der andere möglicherweise tun könnte. Auf beiden Seiten arbeitete das Militär auf Hochtouren einen möglichen Erstschlag der anderen Seite sobald wir möglich mit einem entsprechenden Gegenschlag beantworten zu können. Spione und Satelliten sollten dafür sorgen, dass der eigenen Seite nichts verschlossen blieb. Jeder Raketenstart hätte umgehend entdeckt und bis ins kleinste Detail ausgewertet werden können. Sobald dies geschehen war, galt es zu reagieren, um sicher zu stellen, dass niemand den Konflikt gewinnen würde.

Ende September 1983 war Petrow der wachhabende Offizier in der moskauer Kommandozentrale des Raketenfrühwarnsystems. In seiner 12 Stundenschicht war es seine Aufgabe Meldungen der Frühwarnsysteme zu prüfen und als legitim oder Fehlalarm einzustufen. Obwohl er selber keine Befugnis, geschweige denn Möglichkeit gehabt hätte einen Gegenschlag einzuleiten, waren seine Berichte ein unabdingbarer Faktor bei der Entscheidungsfindung der Politik. Die Einschätzung muss schnell fallen. Mit einer Flugzeit von etwa 30 Minuten, kommt jede verstrichene Sekunde einer Ewigkeit gleich, die die Politiker weniger haben, um eine Entscheidung über ihre Reaktion zu treffen.

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